Die Anziehungskraft des Guten: Azubimarketing mit Corporate Social Responsibility (CSR)

Corporate Social Responsibility (CSR) im Azubimarketing

Geregelte Arbeitszeiten, nette Kollegen und Aufgaben, die Spaß machen – all das wünschen sich Jugendliche für ihre Ausbildung. Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, mit dem Unternehmen Schüler beeindrucken können. Die Generation Z setzt sich stärker als ihre Vorgängergeneration mit den Themen Umweltschutz und Ethik auseinander. Dem Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer 2015* zufolge sind 92 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen für die Energiewende. Eigenes Engagement im Klimaschutz ist 59 Prozent der Befragten wichtig. Arbeitgeber, die sich in Sachen Nachhaltigkeit und Ethik von ihrer besten Seite zeigen, haben einen guten Stand bei jungen Bewerbern.

Was genau bedeutet CSR?

Die sogenannte Corporate Social Responsibility steht für den moralischen und ethischen Umgang von Unternehmen mit Mitarbeitern, Umwelt, Wettbewerbern oder Wirtschaft. Die Übernahme von Verantwortung ist selbstauferlegt, d.h. die Unternehmen legen freiwillig interne Regeln fest, die sie als eine Art moralischen Kompass für ihr Verhalten nutzen.

Warum tun sich Unternehmen das an?

Vorangetrieben wurde die CSR zum einen durch die Globalisierung. Diese rückt Fragen des Umweltschutzes und der Ethik stärker in den Vordergrund. Zum anderen stehen Unternehmen durch die Digitalisierung heute schnell am Pranger – Skandale und Missstände verbreiten sich über Soziale Netzwerke wie ein Lauffeuer. Dadurch hat sich die CSR von einer rein ideellen Überlegung zu einem überlebenswichtigen Arbeitsbereich entwickelt. Allerdings beschäftigen sich einige Unternehmen nicht freiwillig mit dem Thema CSR: Für kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern besteht eine Pflicht zur „nichtfinanziellen Berichterstattung“. D.h. eine Rechenschaftspflicht über Umwelt-, Arbeitnehmer- oder Sozialbelange, die Unternehmen zu einer wiederkehrenden Analyse der eigenen Methoden verpflichtet.

Die Rolle von Corporate Social Responsibility

Positive Effekte

Ein schöner Nebeneffekt der gelebten Verantwortung ist das daraus resultierende positive Firmenimage. Denn dieses lässt sich wunderbar für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen und fördert bestenfalls den wirtschaftlichen Erfolg. Böse Zungen behaupten, ethisch handelnde Unternehmen hätten nicht das Gute im Sinn, sondern lediglich den Werbeeffekt. Wie dem auch sei: Das Schön ist doch, dass die Bemühungen am Ende immer den Menschen zugutekommen. Beispiele für die Umsetzung von CSR gibt es viele gute. Die Deutsche Post ist besonders hilfsbereit bei Mitarbeitern, die aus der Elternzeit in den Arbeitsalltag zurückkehren. Damit unterstützt sie ihr familienfreundliches Image. Der Schuhhändler Deichmann vergibt dieses Jahr bereits zum 15. Mal den DEICHMANN-Förderpreis für Integration an alle Initiativen, die sich besonders für benachteiligte Kinder und Jugendliche engagieren. Die GLS Bank wiederum setzt als sozial-ökologische Bank konsequent auf Nachhaltigkeit und Transparenz. Im Azubiblog geht es entsprechend viel um das Thema Verantwortung.

Das Thema CSR auch für das Azubimarketing zu nutzen

Wir wollten wissen, ob unsere Kunden bei der Rekrutierung von Schülern auf soziale Verantwortung setzen. Auf der Einstieg Frankfurt am 24. und 25 Mai haben wir folgende Fragen in der Ausstellerbefragung platziert und 50 Antworten erhalten:

Glauben Sie, das Thema Nachhaltigkeit / Corporate Social Responsibility spielt bei der Berufswahl heutiger Jugendlicher eine Rolle?

 

Ja      55,6%
Nein  44,4%

 

Werben Sie im Azubimarketing mit dem Thema Nachhaltigkeit / Corporate Social Responsibility ?

 

Ja      28%
Nein  72%

 

Unseren ausstellenden Unternehmen zufolge spielt das Thema CSR bei der Berufswahl heutiger Jugendlicher eine Rolle. Interessanterweise sprechen die aktuellen Ergebnisse der Europawahl die gleiche Sprache. Die Grünen freuen sich über einen enormen Stimmenzuwachs. Diesen hat die Partei vor allem den jungen Wählern zu verdanken. Stolze 34 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben die Grünen gewählt. Bei den Erstwählern waren es 36 Prozent. Die Volksparteien verlieren mit großem Abstand. Die Union erreicht als nächste Partei hinter den Grünen gerade mal 12 Prozent.**

Nur etwas mehr als ein Viertel unserer Personaler nutzen Themen wie Nachhaltigkeit und Ethik für ihr Azubimarketing. Nehmen Ausbildungsabteilungen die Corporate Social Responsibility derzeit noch nicht ernst genug? Wir finden ja und raten dazu diesen Punkt bei der Rekrutierung junger Bewerber zu berücksichtigen und die nachhaltigen Aspekte in Ihren Ausbildungsangeboten hervorzuheben.

Hilfestellung beim Thema CSR

Unternehmen, die sich mit dem Thema Corporate Social Responsibility beschäftigen möchten, finden zum Beispiel Hilfe bei den Industrie- und Handelskammern. Dort versucht man vor allem kleine und mittelständische Unternehmen bei dem Thema zu unterstützen. „Die großen Konzerne sind in dem Bereich meistens schon ganz gut aufgestellt“, konstatiert Michael Pieck von der CSR-Kompetenzzentrum, der IHK Bonn / Rhein-Sieg***. Man begleite die Unternehmen, gebe Tipps und Hilfestellung, so Pieck.

* Befragt wurden 1.511 zufällig ausgewählte Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Das »Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer 2015« wurde im Auftrag von Greenpeace Deutschland vom UNESCO-Chair für Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung an der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt.

**Quelle: Infratest Dimap

***Unternehmen finden hier alle Infos, die sie brauchen: http://csr-kompetenzzentrum.de. An das Kompetenzzentrum wenden dürfen sich auch gerne Unternehmen, die nicht aus der Region Bonn Rhein-Sieg kommen.

 

 

 

Hier geht’s zur Messedoku der Einstieg Frankfurt

 

 

 

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