Die besseren Influencer: Azubi- und Hochschulbotschafter

Die besseren Influencer: Azubi- und Hochschulbotschafter

Beim Begriff Influencer denkt man in erster Linie an Mode- und Kosmetikartikel: Meist junge Menschen machen auf ihrem YouTube-Kanal Werbung für Konsumartikel und werden von den Herstellern dafür bezahlt.  Auch im Bereich Ausbildung und Studium gibt es immer mehr Influencer, die für die Ausbildung oder das duale Studium eines Unternehmens oder den Studiengang einer Hochschule werben. 

Hierfür geben die Unternehmen bzw. die Hochschulen zum Teil viel Geld aus. Dabei könnten sie nahezu kostenlos, viel authentischer und deswegen am Ende sehr wahrscheinlich auch erfolgreicher für ihren Ausbildungs- oder Studiengang werben lassen: durch eigene Azubi- oder Hochschulbotschafter.

Azubi-Botschafter: Auf Augenhöhe mit den Schülern

Denn natürlich kann ein Auszubildender, ein dualer Student oder ein „normaler“ Student am realistischsten von seiner Ausbildung und seinem Ausbildungsbetrieb erzählen. Und Schülern fällt es leichter, Fragen an einen praktisch Gleichaltrigen auf Augenhöhe zu richten als etwa an einen Ausbilder. Von den rund 850 Schülern, die 2017 von der IHK Nord Westfalen befragt wurden, empfanden 80 Prozent die Botschafter als wertvolle Hilfe.

„Gerade Gymnasiasten, die bislang im Normalfall nur über Studienmöglichkeiten informiert wurden, hören häufig zum ersten Mal, dass eine vergleichbare Karriere auch mit einer betrieblichen Ausbildung möglich ist“, so Benedikt Hüffer von der IHK Nord Westfalen. „Und die Unternehmen profitieren, weil sie sich als Arbeitgeber ins Gespräch bringen.“

Kammern mit Initiative „Ausbildungsbotschafter“

Viele Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und andere Institutionen wie  beispielsweise das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung der Stiftung Pro Ausbildung bieten mittlerweile die Initiative „Ausbildungsbotschafter“ an. Die IHK Köln beispielsweise übernimmt dabei auch die Schulung der Azubis sowie die Koordinierung der Termine mit den teilnehmenden Schulen.

Das große Engagement der IHK Köln beim Thema Ausbildungsbotschafter kann Leonie Schikorra, die eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau bei der Einstieg GmbH in Köln macht, bestätigen. „Bei meinem ersten Schulbesuch als Azubi-Botschafterin haben mich eine Vertreterin der IHK, eine Vertreterin der HWK und ein Vertreter der IHK, der die Azubi-Botschafter ausbildet, begleitet.

Diese haben dann auch den Anfang mit einem kleinen Spiel  gemacht, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig mit Bezug zu deren bisherigen Job und Praktika-Erfahrung vorgestellt haben. Es folgte eine Einführung in die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten, also schulisch oder dual.

Danach war ich dran und habe die Schüler zunächst raten lassen, was der Job einer Veranstaltungskauffrau alles beinhaltet, und dann eine Präsentation zu meiner Ausbildung gehalten. Im Anschluss haben die Vertreterinnen von  IHK und HWK noch unterschiedliche Ausbildungsberufe, Beratungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler und die Option, ein Auslandspraktikum zu absolvieren, erläutert.

Mein erster Schulbesuch endete damit, dass die Schüler all Ihre Fragen zum Thema Ausbildung im Allgemeinen und zu meiner Ausbildung im Speziellen loswerden durften.“

Win-Win-Win-Win-Situation

Das Beispiel von Leonie zeigt, dass von einem solchen Schulbesuch alle daran Beteiligten profitieren: Die Schüler, weil sie direkt, authentisch und auf Augenhöhe viel zum Thema Ausbildung erfahren. Der Azubi-Botschafter wiederum lernt, wie man vor einer größeren Menge frei redet und eine Präsentation hält.

Das Unternehmen, das den Auszubildenden schickt, macht auf sich und seine Ausbildungsgänge aufmerksam und die Vertreter der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern schließlich platzieren das Thema Ausbildung genau dort, wo es hingehört: beim Nachwuchs.

Auch Hochschulen schicken „Botschafter“ als Influencer ins Rennen

Hochschulen setzen ebenfalls vermehrt auf die Botschafter aus den eigenen Reihen. Die Hochschule Emden/Leer beispielsweise schickt zu Schulveranstaltungen und Messen Studierende aus allen vier Fachbereichen als Hochschulbotschafter, die Schülerinnen und Schüler über die Studienmöglichkeiten an der Hochschule informieren.

„Wir möchten unsere Erlebnisse und Erfahrungen, die wir während unserer Studienzeit machen, an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben und ihnen einen guten Einblick in unser Studium und das Campusleben an der Hochschule ermöglichen“, so Mohan Jeganathan einer der Hochschulbotschafter, der an der Hochschule Emden/Leer Maschinenbau und Design studiert.

Unternehmen und Hochschulen sollten Azubi – und Hochschulbotschafter aber nicht nur an Schulen einsetzen, sondern überall dort, wo ein direkter Kontakt zum Nachwuchs hergestellt werden soll. Das kann auf den Karriereseiten, beispielsweise in Form eines Blogs, oder auf Facebook und Instagram sein. Vor allem aber bei Live-Events wie Ausbildungs- und Studienmessen, damit auch dort Gespräche auf Augenhöhe stattfinden können.

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